Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass man den Schnitt-Effekt so einfach simulieren kann. Nach dem Schneiden ist das Papier an der Kante schließlich ohne Farbe. Wer sich ein Buch mit Schnitt mal genau anschaut, wird feststellen, dass sowas tatsächlich erst nach dem Binden und Schneiden aufgetragen wird (schöne Beispiele wären die Langenscheidt-Wörterbücher oder das Kirchengesangbuch, welches man von der Oma zur Konfirmation geschenkt bekommen hat). Um eine geschlossene Fläche oder sogar ein Bild auf dem Schnitt darzustellen, kann dies nur nach der Verarbeitung des Buchblocks aufgetragen werden.
Elemente, die in den Anschnitt reichen, tauchen zwar auch im Schnitt auf, aber um diese als Gestaltungselement verwenden zu können, muss im Druck und bei der Weiterverarbeitung mit einer solchen Präzision (und viel Ausschuss) gearbeitet werden, dass die Produktion einer solchen Drucksache für den Auftraggeber absolut unwirtschaftlich wäre.
Wer einen aktuellen Duden zu Hause hat, kann anhand der roten Linie am Kopf jeder Seite sehr schön sehen, wie stark die Toleranzen im Druck und in der Weiterverarbeitung sind: Im geschlossenen Zustand sollte eine gerade Linie von vorn nach hinten an der Schnittkante des Werks zu sehen sein. Tatsächlich zeigt sich aber ein unregelmäßiges Zickzackmuster, das um bis zu drei Millimeter variiert.
