<TT>Sobald wir anfangen, uns auf den Moment zu konzentrieren und unsere Gedanken und Gefühle zu beobachten, ist dies der Anfang vom Ende unserer Identifikation mit den Gedanken, ist dies der Anfang vom Ende unseres Ich. Wir beobachten, was da in uns vorgeht. Und allein diese Position des Beobachtens gibt uns einen Freiraum, einen Abstand, zu dem, was in uns geschieht. In diesem Freiraum kann immer noch eine schmerzhafte Erfahrung statt finden. Aber wir schauen dieser zu und wissen, dass wir das nicht sind. Diese Erfahrung ist in uns. Sie ist menschlich und gehört zu unserem Körper, aber der Teil, der beobachtet, ist frei und ungebunden und ohne Leiden. Indem wir diesem Teil immer mehr Aufmerksamkeit geben - was nur im Moment geschehen kann - erweitern wir sozusagen den leeren Raum, in dem unsere Erfahrung stattfindet. Die Dinge passieren einfach, aber sie passieren keinem. Die Erfahrungen, ob freudvoll oder schmerzvoll passieren, aber du bist frei davon, du schaust einfach zu. Es gibt Lebensumstände, aber das Leben, was du bist, ist davon nicht betroffen. Sich auf dem Moment zu konzentrieren, heißt also, die Zeit zu beenden, denn der Moment bleibt immer der Moment. Und mit dem Beenden der Zeit verschwindet auch das Leiden, verschwindet die Beschäftigung mit den unterschiedlichsten Inhalten, verschwindet das Richtig- oder Falschmachen können. Du bist frei, und rückblickend siehst du, dass du das auch schon immer warst. Das, was du "tust" oder "nicht tust", hat nichts damit zu tun, was du bist. Es ist davon unabhängig. Mehr Zeit oder mehr Inhalt zu dem Ich hinzuzuaddieren, hieße nur, mehr Leiden zu erzeugen, hieße, dass ich doch alles selber bestimmen will und hieße das ich mit den Objekten meiner Wahl beschäftigt bleibe. Denn wozu sollte ich sie wählen, wenn ich mich dann nicht darum kümmere oder sie nicht für wichtig halten würde.
Der Moment hat nichts mit Kümmern zu tun. Du bemühst dich nur darum still zu sein und diese Stille kann sich dann mehr und mehr ausbreiten. Dadurch werden der Zweifel und das sich Kümmern wollen immer weniger. Mit der zunehmenden Stille wächst auch das Vertrauen, dass das dein richtiger Ort ist, dass die Stille das ist, was du bist. Du bist zu Hause. Du bist. Und du siehst deinen Kleinmut, der dich vorher alles Mögliche anstellen lassen hat, in der Annahme eine Wahl zu haben, es gut oder besser zu machen und den Schmerz vermeiden zu können. Aber jetzt bist du frei davon. Du bist einfach und schaust zu, was da auf dem Bildschirm deiner Wahrnehmung vor sich geht: mit "deinem" Körper, mit den anderen Körpern und all den anderen Lebewesen und Dingen. Du staunst nur noch über die vielfältige Ausdrucksweise des Lebens - des Seins - dessen, was du bist.</TT>
... aber das hilft dir jetzt auch nicht ; -)
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